Papiersoldaten - Les petits de Strasbourg

Dieser Katalog erschien anlässlich der Jubiläumsausstellung "Papiersoldaten - Les petits soldats de Strasbourg" im Museum Haus Ludwig.

 

Anlässlich des 25jährigen Jubiläums zeigt das Saarlouiser Museum erstmalig die Sammlung von Papiersoldaten aus der Sammlung Peter und Irene Ludwig.

Der Druck von Papiersoldaten – die auch als „les petits soldats de papier“ bezeichnet werden - hat eine lange Tradition. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden unzählige Papierbögen in den Hochburgen der Papierbogenherstellung in Europa in einer hohen Auflage hergestellt. Theater, Puppenstuben, Tierparks, Landschaften und Figuren aus Papier gehörten zum beliebtesten Spielzeug der Kinder.  Eine besondere Heimstatt hatten jedoch die Papiersoldaten in Lothringen und im Elsass. So wurden in Epinal, in Metz, in Wissembourg, in Pfaffenoffen oder in Strasbourg unzählige Papierbögen angefertigt. Als Hochburg der Produktion der „Soldätle“ ist Strasbourg anzusehen. In keiner anderen Stadt wurden im 19. Jahrhundert mit so großen Ausdauer und Liebe Papierbögen mit Soldatendarstellungen produziert.
Die Papiersoldaten aus der Sammlung Ludwig stammen aus der Fabrikation Silbermann und dessen Nachfolger Gustave Fischbach in Strasbourg. Henri Rudolphe Gustave Silbermann (1801-1876) produzierte zwischen 1830 und 1870 Papiersoldaten in sehr großer Auflage. Nach ersten unkolorierten Umrißzeichnungen brachte er bis 1870 seine „Silbermännle“ in Chromolithographie heraus. Bekannt sind 30 verschiedene Papierbogen, die zeitweise in einer Auflage von jährlich 130.000 Stück erschienen sind.

 

Irene und Peter Ludwig hatten 1957 „les petits soldats“ - fein säuberlich aufgestellt - im Schaufenster der Kunst- und Antiquitätenhandlung von H.P. Kraus (1907 – 1988) in der 46sten Straße in New York entdeckt. 57 Jahre danach werden „les petits soldats“ nun im Museum Haus Ludwig in den Schlacht- und Marschordnungen der französischen Infanterie, Kavallerie, Artillerie und des Musikkorps in Vitrinen kostbar präsentiert. In der Ausstellung im Museum Haus Ludwig werden die filigranen Papierfiguren aus der Sammlung Ludwig zusammen mit großformatigen Bildern der monumentalen Festungsbauten Vaubans gezeigt, die der Architekturfotograf Thomas Wolf geschaffen hat. Der Besucher erlebt diese Begegnung von Architektur und Spielzeug als faszinierenden Gegensatz: von miniaturhafter und monumentaler Größe, preziöser Scheinwelt und gigantischer Realität.

 

Herausgeber: Museum Haus Ludwig für Kunstausstellungen Saarlouis, Autoren, Fotografen

Druck: SDV Saarländische Druckerei und Verlag GmbH Saarwellingen

ISBN 978-3-942279-23-9

Hardcover, 114 Seiten, Saarlouis 2014

 

Sonderpreis vom 22.11. bis 23.12.2018

5,-- €

 

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