Herbert List - Das Magische im Vorübergehen – The Magical in Passing

Dauer der Ausstellung: vom 04. November 2018 bis 10. März 2019

 

Mit „Das Magische im Vorübergehen“ zeigt die Ludwig Galerie Saarlouis nach über zehn Jahren wieder eine große Ausstellung des weltbekannten Fotografen Herbert List im Saarland. 122 Arbeiten aus den Jahren 1930 bis 1961 zeigen einen Querschnitt des vielfältigen Schaffens des Hamburger Fotografen.


Der Avantgarde-Fotograf Herbert List (geb. 1903 in Hamburg, gest. 1975 in München) arbeitete in fast allen Genres, die die Fotografie zu bieten hat, ob Architektur-, Stillleben- oder Straßenfotografie, Porträts oder Dokumentation. Meisterhaft verwischte er gern die Genregrenzen und erschuf ein schwer fassbares Œuvre, das sich nicht selten dem kategorisierenden Zugriff entzieht.

Architektonische Aufnahmen erinnern an Stillleben oder surreale Kompositionen. Die intime Ästhetik mit der er griechische Skulpturen oder afrikanische Artefakte dokumentiert steht an Nähe seinen Portraits kaum nach. Und wenn seine Kamera die klassische Schönheit des männlichen Körpers einfängt, ist nicht ganz klar, ob ein mühevoll komponiertes Arrangement oder ein spontan gemachtes privates Fototagebuch zum Hinschauen einlädt.


Die Ausstellung ist eine visuelle Reise von rätselhaften Nachtaufnahmen, über düster-surreale Kompositionen bis hin zu Bildern im warmen Licht des Mittelmeers, das Körper junger Männer und Ruinen des antiken Griechenlands lebendig werden lässt.

 

List begleitete berühmte Künstler des zwanzigsten Jahrhunderts wie Cocteau, Honnegger, Morandi, Picasso oder Marlene Dietrich. Seine Straßenfotografie der Nachkriegszeit feiert die Schönheit des Lebens und ist eine Liebeserklärung an seine zweite Heimat Italien. 


Herbert List, in eine Hamburger Kaufmannsfamilie hineingeboren, begann seine Laufbahn als Kaffee-Importeur und fotografierte zunächst ohne künstlerischen Anspruch. Im Jahr 1930 entdeckte er, Dank der Begegnung mit Andreas Feininger, Fotograf der Bauhaus-Bewegung, die Spiegelreflexkamera (Rolleiflex). Unter dem Einfluss der Künstler des Bauhauses und des Surrealismus entwickelte List bald eine – dem Magischen Realismus ähnliche – persönliche Bildsprache. Kompositionen, die den Gemälden von Max Ernst und Giorgio de Chirico ähnlich sind, bezeichnen Kritiker als „fotografia metafisica“.

 

Als List 1936 Nazi-Deutschland verließ, sah er sich gezwungen sein Hobby zum Beruf zu machen. Er arbeitete in Paris und London u.a. für "Harper's Bazar". Es folgten erste längere Aufenthalte in Italien und Griechenland. List wählte schließlich bis 1941 Athen zeitweise als Wohnsitz, um dem Zweiten Weltkrieg zu entkommen. In dieser Zeit entstehen Aufnahmen von antiken Tempeln, Skulpturen, jungen Männern und der griechischen Landschaft, die ein fotografisches Tagebuch des mediterranen Lebens darstellen.

 

Nachdem die deutschen Truppen in Griechenland einmarschiert waren, wurde er von der Deutschen Gesandtschaft gezwungen, nach Deutschland zurückzukehren. Es war ihm allerdings nicht erlaubt, als Fotograf zu arbeiten, jedoch ergaben sich inoffizielle Möglichkeiten, in Paris, Wien und in der Ukraine zu fotografieren. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er zum Militärdienst eingezogen.

Nach dem Krieg kehrte Herbert List wieder nach München zurück. Er fotografierte das zerstörte München und erhält erste Auftragsarbeiten. In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche Buchprojekte. Gleichzeitig begann List Grafik italienischer und holländischer Meister zu sammeln.


In den 1950er Jahren unternahm er zahlreiche Reisen nach Griechenland, Spanien und Italien. 1952 lernte er Robert Capa kennen und beschloß, Teil der Fotoagentur MAGNUM zu werden. Nun entdeckte er die 35-mm-Kamera und seine Arbeit wurde spontaner. Gleichzeitig begann er, seine ersten Bildessays zu veröffentlichen.

Mitte der 1960er Jahre ließ Lists Interesse an Fotografie nach. Im Mittelpunkt seiner Reisen standen nun immer mehr seine Sammlungen von Meisterzeichnungen. Anlässlich seines 70. Geburtstages erschien ein Sonderheft der Zeitschrift „Du“.


Am 4. April 1975 stirbt Herbert List in München. Heute befinden sich seine Werke in den großen Fotografie-Sammlungen der Welt, wie etwa dem MOMA oder Metropolitan in New York, dem Getty Museum in LA oder dem Centre Pompidou in Paris.

 

List über List, 1973
„Ich beabsichtigte, das Magische der Erscheinungen im Bilde zu erfassen, doch nicht immer gelang es mir, die Dinge so abzubilden, dass sich der hinter ihnen stehende Sinn offenbarte. Es zeigte sich, dass die Bilder, die ich spontan wahrnahm mit der Beglückung, als ob sie bereits lange in meinem Unterbewusstsein gelebt hätten, d.h. bei denen ich das Magische wie im Vorübergehen erfasste, oft stärker waren als die sorgfältig komponierten.“

 

Diese Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit MAGNUM PHOTOS, Paris und dem Herbert List Estate, Hamburg.

 

 

 

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