„Was bin ich?“ Berufe in Porzellan

24.01.2020

Von: Sophia Bonnaire


Zum 30-jährigen Bestehen präsentiert die Ludwig Galerie Saarlouis die Ausstellung „Was bin ich?“-Berufe in Porzellan mit Werken aus der Kunstsammlung von Peter und Irene Ludwig. Zur Vernissage am vergangenen Wochenende waren zahlreiche Kunstinteressierte erschienen.



Töpfer, um 1750, Porzellan. Leihgabe der Sammlung Ludwig Bamberg (Fotos: Sophia Bonnaire)

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Frau mit Trommel, um 1770, Fayence. Leihgabe der Sammlung Ludwig Bamberg (Fotos: Sophia Bonnaire)

Bürgermeisterin Marion Jost

Brigitte Franzen Peter und Irene Ludwig Stiftung Aachen

Dr. Eva Schurr, Sammlung Ludwig Bamberg

Dr. Claudia Wiotte-Franz, Museumsleitung Ludwig Galerie

Die Ludwig Galerie, damals noch „Museum Haus Ludwig“ war kurz vor der Wende 1989 gegründet worden und man stellte hauptsächlich Kunst aus der DDR aus. „Das Haus ist wichtiger Kulturträger im Saarland“, unterstrich Brigitte Franzen, Vorstand der Peter und Irene Ludwig Stiftung in Aachen. Das Ehepaar Peter und Irene Ludwig hat  Kunst gesammelt und eine beträchtliche Sammlung hinterlassen. Für die Ausstellungen leiht die Stiftung Exponate an seine Einrichtungen im Land aus. Besonders bei dieser Ausstellung ist jedoch, dass hier gleich zwei der Ludwig-Einrichtungen kooperieren, also die Ludwig Galerie Saarlouis und die Sammlung Ludwig in Bamberg.

 

Die Porzellanfigürchen die in der Ausstellung Platz gefunden haben stammen aus Bamberg und sind ungefähr 250 Jahre alt. Die ganze Berufswelt, hergestellt für die Festtafeln des Adels, auch so wie der Adel diese gesehen hat. So findet man dort Bauern, Winzer, Soldaten oder Musiker aber auch damals gar nicht unüblich den Frettchenverkäufer oder Bänkelsänger. Die Figuren stellte man auf die Tafeln, weil es schön aussah und weil man bei Tisch Gesprächsstoff brauchte, erzählt Dr. Eva Schurr, die stellvertretende Direktorin der Sammlung Ludwig in Bamberg. Die auch auf die Strümpfe der Figuren hinwies. Glatt und hochgezogen bedeutete tatsächlich Adel und faltig, bis auf die Knöchel runter gerutscht wies auf das gemeine Volk hin. Mit dieser Hintergrundinformation wurde der Rundgang durch die Ausstellung zu einem kleinen Ratespiel.

 

Ein besonderes Augenmerk der Ausstellung wurde darauf gelegt, auch die besonderen Details der Figuren einfangen zu können. Die Fotografien der Porzellane wurden von Thomas Wolf angefertigt, extra für diese Ausstellung. Nicht zu übersehen sind dort die filigranen Einzelheiten die einer handwerklichen Kunstfertigkeit bedürfen, die sehr wohl eines Gespräches bei Tisch würdig war.

Die Ausstellung kann noch bis 17. Mai in der Ludwig Galerie in Saarlouis besucht werden. Dienstags bis freitags von 10 bis 13 Uhr. Samstag, Sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr. 

 

Die Vernissage wurde musikalisch begleitet von den Kindern der Kammermusikgruppe „Fuhrioso“ des Robert-Schumann-Gymnasiums in Saarlouis.